Aktuelle Veranstaltungen

Haus des Buches

05. März

Dienstag, 19:30 Uhr | Haus des Buches

Frühjahr 1858: Ein Brief verlässt eine kleine Insel in den Molukken. Sein Ziel ist Südengland, sein Inhalt: ein Aufsatz über den Ursprung der Arten. Kaum ein Jahr später sorgt die Schrift für Aufsehen und wird bekannt als Theorie der Evolution. Doch nicht der Verfasser des Briefes, der Artensammler Alfred Russel Wallace, erntet den Ruhm dafür, sondern sein Empfänger, der Naturforscher Charles Darwin. Einhundertfünfzig Jahre später stößt der Museumsnachtwächter Albrecht Bromberg auf das Schicksal des vergessenen Wallace. Er begibt sich auf seine Spuren und fasst einen Plan, der endlich denjenigen ins Licht rücken soll, der bisher im Dunkeln war. Er erkennt: Geschichte wird nicht gemacht, sondern geschrieben. – Ein philosophischer Abenteuerroman und ein literarisches Denkmal für die Außenseiter des Lebens und der Geschichte.

Anselm Oelze liest aus „Wallace“ und spricht mit seinem Verleger Klaus Schöffling darüber.

Der Eintrittspreis für die Veranstaltung beträgt 5,- Euro (ermäßigt 3,- Euro).

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08. März

Donnerstag, 19:30 Uhr | Haus des Buches

Auf seinem neuen Hörbuch versammelt Bernd-Lutz Lange Geschichten von Begegnungen mit besonderen Menschen, egal, ob sie bekannt oder unbekannt sind. An diesem Abend erzählt er von einigen dieser „Sternstunden“. Zum Beispiel, wie er mit fünf Leipzigern den legendären Aufruf am 9. Oktober 1989 verfasste. Oder von seinem zufälligen Zusammentreffen mit Gert Fröbe in der Heimatstadt beider – in Zwickau. Für Angelica Domröse sang er als Student auf ihren persönlichen Wunsch einen italienischen Hit noch einmal, ohne die Sprache zu kennen, und es ist im Nachhinein unglaublich, dass er tatsächlich Louis Armstrong die Hand drücken konnte – das ist nun schon über fünfzig Jahre her… Aber es kommen auch kuriose Lehrer-Typen vor, die noch aus der Vorkriegszeit stammten, und viele andere Originale, die Bernd-Lutz Lange in seinem Leben kennengelernt hat.

Bernd-Lutz Lange liest aus „Sternstunden“.

Der Eintrittspreis für die Veranstaltung beträgt 8,- Euro (ermäßigt 5,- Euro).

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13. März

Mittwoch, 19:30 Uhr | Haus des Buches

Nach der Beerdigung seiner Mutter kehrt Ferenczi nicht in die leere Wohnung zurück, sondern fliegt nach Madrid. Auf dem Hotelbalkon an der Puerta del Sol, während von unten Musik heraufdringt, geht ihm durch den Kopf, wie anders das Leben verlaufen wäre, hätten die kommunistischen Behörden seinen Eltern nicht die Hochzeitsreise nach Spanien verweigert – das Hotel an der Puerta del Sol war schon gebucht. Sein Vater wäre nicht in den Bergen verunglückt, und seine Mutter hätte ihre Gesangskarriere gemacht statt putzen zu gehen. – Musik als Leidenschaft, Wunschtraum und Fluch, als Katalysator des Übersinnlichen und als Auslöserin von Katastrophen – all diese Motive wandern durch die zwanzig Novellen, aus denen György Dragomán seinen mächtigen Löwenchor zusammengestellt und die Timea Tankó und Terézia Mora aus dem Ungarischen übersetzt haben.

György Dragomán liest aus „Löwenchor“. Moderiert wird die Veranstaltung von Katharina Raabe.

Der Eintrittspreis für die Veranstaltung beträgt 4,- Euro (ermäßigt 3,- Euro).

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19. März

Dienstag, 19:30 Uhr | Haus des Buches

Anhand von Zeitzeugnissen wie Briefen, Fotografien, Zeitungen, Originalbüchern und anderen Dokumenten erzählt die Ausstellung, wie die Politik das persönliche Schicksal des tschechisch-österreichischen Schriftstellers Pavel Kohout bestimmte: Seine Wandlung vom überzeugten Kommunisten zum freiheitsliebenden Demokraten – das Schicksal Tausender in Osteuropa. Als einer der Hauptunterzeichner der Charta 77 wurde der Prager Frühling für Kohout zum Wendepunkt. – Vorher meistgespielter Stückeschreiber der ČSSR und treues KP-Mitglied, nachher führender Dissident, der Partei und des Landes verwiesen, seine Stücke verboten. Sein Leben – eine Entscheidung gegen die Ideologie und für die Freiheit, nachzulesen auch in seinem jüngsten Buch „Aus den Tagebüchern eines Europäers“.

Tereza Boučkovás Roman „Das Jahr des Hahns“ wurde in Tschechien zum Bestseller und löste leidenschaftliche Diskussionen aus.

Ausstellungseröffnung „Pavel Kohout – Mein tolles Leben mit Hitler, Stalin und Havel“. Pavel Kohout und seine Tochter Tereza Boučková in Lesung und Gespräch mit Marko Martin. Die Laudatio hält Tomáš Kubíček.

Der Eintritt ist frei.

Haus des Buches

21. März

Donnerstag, 19:30 Uhr | Haus des Buches

Zum nunmehr 18. Mal wird der Preis der Literaturhäuser an deutschsprachige Autorinnen und Autoren verliehen, die sich „für neuartige Konzepte der Vermittlung von Literatur“ stark machen. Ulrike Draesner war 2002 die erste Preisträgerin; ihr folgten namhafte Autoren wie Ilija Trojanow, Sibylle Lewitscharoff, Ulf Stolterfoht, Terézia Mora und zuletzt Jaroslav Rudiš.
„Die Art und Weise, wie Antje Rávik Strubel über Literatur spricht, mit analytischer Intensität und von changierenden Blickpunkten aus, macht jede Veranstaltung mit ihr zu einem unwiederholbar eigenen Ereignis. Auf das Publikum springen die Funken ihrer Gedankenwelt über, setzen sich fest und fort“ (aus der Jurybegründung).

Antje Rávik Strubel in Lesung und Gespräch mit Anja Johannsen. Die Laudatio hält Denis Scheck.

Der Eintritt ist frei.

22. März

Freitag, 19:30 Uhr | Buchhandlung Grümmer

2014 veröffentlichte Pil Cappelen Smith als Herausgeber und Co-Autor „Cappelen’s Forslag’s Conversational Lexicon“. Dieses entstand in Zusammenarbeit mit skandinavischen Autoren und Künstlern. Der zweite Band, mit Beiträgen von Künstlern aus aller Welt, wurde 2016 als Norwegens schönstes Buch ausgezeichnet und erscheint nun auf Deutsch.
„Weltwissen für Analogdenker“ will keine eindeutigen Fakten und geprüftes Wissen feststellen, an dem es nichts zu rütteln gibt, sondern anregen und befeuern. Statt die Welt zu entzaubern und den Geist zu langweilen, entschlüsselt dieses Lexikon seine Begriffe mit klugen und poetischen Assoziationen. Literaten, Musiker und Künstler haben Begriffe auf den Kopf gestellt. Sie eröffnen eine neue Welt – schöner als jede Realität – und verwandeln die Wirklichkeit in einen Schatz für schräge Denker.

 Der Eintritt ist frei.

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22. März

Freitag, 20:00 Uhr | Haus des Buches

In ihrem neuen Roman „Aus dem Licht“ begibt sich Marente de Moor an eine Epochenwende, ins Jahr 1890: Als Valéry Barre in Frankreich den Zug besteigt, will er seine neueste Erfindung zum Patent anmelden; er hat den ersten Film der Welt gedreht. Auf einmal ist Barre spurlos verschwunden. Während sein Sohn dem Vater nachspürt, lässt sich Thomas Edison die Erfindung des Films patentieren.

Otto de Kat erzählt in „Freetown“ vom Verschwinden des Flüchtlingsjungen Ishmael. In ihrer Verzweiflung bittet Maria, für die er wie ein Sohn war, den Psychologen Vincent um Hilfe. Maria und er hatten einmal eine intensive Liebesbeziehung; seit dem Bruch lebt er in einer Art Nebel. Doch nun ist er bereit und allmählich treten an die Stelle des Kummers über den verschwundenen Jungen die alten Geschichten und Erinnerungen.

Marente de Moor und Otto de Kat in Lesung und Gespräch mit Shelly Kupferberg.

Der Eintritt ist frei.

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23. März

Samstag, 17:30 Uhr | Haus des Buches

Ein schalldichter Raum. Draußen die Großstadt. Osman Engels übt Cello. Er spielt an gegen unsichtbare Hindernisse, die irgendwo in seiner Vergangenheit liegen und die er auf dem Fußballfeld besser niederrennen kann. In seiner Welt ersetzt Musik schon lange die Worte. Er kann selbst nicht gut zuhören, nicht richtig zupacken, ohne Kontaktlinsen auch schlecht sehen. Als er ein zufällig gefundenes Aufnahmegerät abhört, wird er zum Ohrenzeugen einer Beziehung, die auf ganz andere Art laut ist. – Der Roman erzählt von einem jungen Mann, dem Augen und Ohren geöffnet werden und von einer Frau, die in der Stille lebt. Es geht um Vater-, Mutter- und Gebärdensprache und um die berührende Kraft von Musik.

Katharina Mevissen liest aus „Ich kann dich hören“. Moderiert wird die Veranstaltung von Annette Wassermann.

Der Eintritt ist frei.

Haus des Buches

23. März

Samstag, 19:30 Uhr | Haus des Buches

Ehrengast der Frankfurter Buchmesse 2019 ist Norwegen – ein Land großer Literatur von Klassikern wie Henrik Ibsen und Knut Hamsun bis zu aktuellen Bestsellerautoren wie Karl Ove Knausgård und Jo Nesbø. Die Norweger lesen mehr als die meisten anderen Nationen und haben drei Literaturnobelpreisträger hervorgebracht. Fünf Autoren präsentieren an diesem Abend ihre neuen Bücher.
In „Die Liebhaber“ erzählt Anne B. Ragde, wie sich eine ehemalige Tierpflegerin entscheidet, den langsam verfallenden Bauernhof ihrer Familie zu übernehmen und ihr Leben in jeder Hinsicht gründlich auszumisten.
Geir Gulliksens „Geschichte einer Ehe“ ist genau das – und die einer großen Liebe. Aber plötzlich bricht alles auseinander. Der Erzähler fragt sich: Was ist schiefgelaufen? Das bei Luchterhand erschienene Buch wurde von Ursel Allenstein ins Deutsche übersetzt, ebenso wie „Max, Mischa und die Tet-Offensive“ von Johan Harstadt. – Ein weltumspannender Roman darüber, dass Heimat vor allem in uns ist und Familie eine Frage der Interpretation.
Lars Myttings „Die Glocke im See“ spielt Ende des 19. Jahrhunderts und erzählt von einer jungen Frau, die davon träumt, aus dem Dorfleben auszubrechen. Und Mona Høvring hat mit „Was helfen könnte“ einen zarten Roman über den Verlust und Wege zu neuem Lebensmut geschrieben.

Ein norwegischer Abend mit Anne B. Ragde, Geir Gulliksen, Johan Harstad, Lars Mytting und Mona Høvring. Moderiert wird der Abend von Thomas Böhm und Karoline Hippe. Deutsche Lesung: Alina Heipe und Joachim Król.

Der Eintritt ist frei.

Haus des Buches

26. März

Dienstag, 19:30 Uhr | Haus des Buches

Neuer Pass, neue Identität, neue Heimat? Kate Connolly, Deutschland-Korrespondentin des Guardian, hat es gewagt – als Reaktion auf den #Brexit, der am 29.3. 2019 vollzogen werden soll. Seit Jahren lebt sie mit ihrer Familie in Potsdam. Aber Deutsche werden? Kaffee statt Tee, preußische Tugenden statt britischer Höflichkeit? Connolly lässt uns an der Identitätskrise teilhaben, die viele Briten seit dem Referendum erleben, und schildert ihren skurrilen Weg zum deutschen Pass. Zugleich erläutert sie die Beziehungen Großbritanniens zu Europa und Deutschland, vom eigenen Großvater, der »Mein Kampf« aus dem Krieg mitbrachte, bis zu Margaret Thatchers Pro-EU-Wahlkampfpullover. Das Buch zeigt uns Deutschland von einer neuen Seite – und ist die persönlichste Antwort auf den Brexit, die man geben kann.

Kate Connolly liest aus ihrem Buch „Exit Brexit. Wie ich Deutsche wurde“ und geht mit Dietmar Böhnke ins Gespräch.

Der Eintrittspreis für die Veranstaltung beträgt 5,- Euro (ermäßigt 3,- Euro).